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Garten anlegen in Mainz: Was Boden und Lage vorgeben

Wer in Mainz einen Garten anlegt, arbeitet mit einem Vorteil und gegen zwei Unbekannte. Der Vorteil: Die Lage am Rhein ist mild und wärmebegünstigt – es ist eine Region, in der Wein wächst, mit früherem Austrieb und längerer Saison als in vielen anderen Teilen des Landes. Die Unbekannten sind der Boden, der von Grundstück zu Grundstück verschieden sein kann, und das Wasser: im Untergrund möglicherweise zu viel, im Hochsommer regelmäßig zu wenig. Beides gehört geprüft, bevor die erste Pflanze gekauft wird.

Zuerst der Boden – und zwar Ihrer

Pauschale Aussagen über den Boden helfen nicht weiter, weil er sich innerhalb weniger Straßen ändern kann und weil auf bebauten Grundstücken ohnehin selten der gewachsene Boden liegt. In Neubaugebieten und auf nachverdichteten Flächen steckt unter der Grasnarbe häufig verdichteter Unterboden mit Bauschutt, überdeckt von einer dünnen Schicht angelieferter Erde. Das sieht grün aus und ist trotzdem der Grund, warum Pflanzen nicht anwachsen.

Machen Sie deshalb zwei einfache Prüfungen selbst. Erstens: Heben Sie ein Loch spatentief aus und sehen Sie sich das Profil an. Wo hört die dunkle Schicht auf? Wie fest ist es darunter? Kommen Sie mit dem Spaten überhaupt durch? Zweitens: Füllen Sie das Loch mit Wasser und beobachten Sie, wie schnell es versickert. Steht das Wasser nach Stunden noch, haben Sie eine Verdichtung oder einen stauenden Untergrund – und damit eine Information, die jede Pflanzenliste schlägt.

Wollen Sie es genau wissen, lassen Sie eine Bodenprobe untersuchen. Sie liefert Nährstoffgehalt und pH-Wert und damit die Basis für eine Bepflanzung, die nicht auf Verdacht zusammengestellt ist. Für eine dauerhafte Anlage ist das die günstigste Position im ganzen Projekt.

Wasser im Untergrund: fragen, nicht annehmen

Mainz liegt am Rhein. In der Nähe eines großen Flusses ist die Frage nach dem Grundwasserstand und nach möglichen Hochwasserlagen berechtigt – sie ist aber eine Frage und keine Behauptung. Wie es auf Ihrem Grundstück tatsächlich aussieht, hängt von Lage und Höhe ab und lässt sich nicht aus der Entfernung zum Fluss ableiten. Auskunft geben die zuständigen Stellen; Nachbarn, die lange dort wohnen, wissen es oft ebenfalls.

Wichtig wird die Antwort bei allem, was in die Tiefe geht: Teich, Pool, Keller, Fundamente, Baumpflanzung, Versickerungsanlage. Tiefwurzelnde Gehölze vertragen dauerhaft nasse Füße nicht, und eine Versickerung funktioniert nur, wenn der Untergrund sie hergibt. Wo Wasser nicht wegkann, sind Hochbeete, angehobene Pflanzflächen und flach wurzelnde Arten die ehrlichere Lösung als eine Drainage, die irgendwohin entwässern müsste, wo ebenfalls kein Platz ist.

Wasser im Sommer: die andere Hälfte des Problems

Dieselbe Wärmegunst, die die Saison verlängert, bringt heiße, trockene Sommerabschnitte mit sich. Ein Garten, der auf einen gleichmäßig feuchten Sommer ausgelegt ist, wird hier zur Dauerbaustelle mit Gießkanne. Wer das von vornherein einplant, hat später weniger Arbeit:

  • Trockenheitsverträgliche Stauden und Gehölze wählen, statt gegen den Standort anzugießen
  • Schatten mitplanen – ein Baum an der richtigen Stelle ersetzt viele Sonnensegel
  • Mulchen, damit der Boden nicht offen in der Sonne liegt
  • Regenwasser auffangen und speichern, statt es abzuleiten
  • Bewässerungsleitungen legen, solange die Flächen ohnehin offen sind
  • Rasenfläche auf das begrenzen, was Sie wirklich nutzen – Rasen ist die durstigste Fläche im Garten

Die Wärmegunst hat auch eine schöne Seite: Die Auswahl an Pflanzen ist hier größer als in raueren Lagen, und Sitzplätze lassen sich über eine lange Saison nutzen. Nur sollte die Bepflanzung zu dieser Realität passen und nicht zu einem Katalogbild aus einer anderen Region.

Was sonst die Planung bestimmt

Drei Punkte, die regelmäßig zu spät kommen. Erstens die Himmelsrichtung: Wo steht die Sonne mittags, wo abends, wo liegt im Sommer Schatten und wo im Winter? Beobachten Sie das über ein Jahr, bevor Sie den Sitzplatz festlegen. Zweitens die Nachbarschaft: Für Grenzabstände von Pflanzen und für Höhen gelten Regeln, die je nach Bundesland unterschiedlich sind. Ein Gehölz an der Grenze ist beim Pflanzen klein und in einigen Jahren ein Thema, über das man nicht mehr in Ruhe spricht. Drittens Vorgaben: Bebauungsplan, Satzungen, geschützte Bestände, bei historischer Substanz gegebenenfalls Gestaltungsvorgaben. Fragen Sie vorher bei der zuständigen Stelle nach, was auf Ihrem Grundstück zulässig ist.

Bei der Auswahl eines Betriebs gilt dasselbe wie bei jedem Gewerk: Lassen Sie sich das Grundstück ansehen, holen Sie mehrere Angebote mit demselben Leistungsumfang ein und achten Sie darauf, dass Bodenaufbau, Entwässerung und Erdarbeiten benannt sind. Ein Angebot, das nur Pflanzen und Platten auflistet, verschiebt die eigentliche Arbeit in die Nachträge.

Fazit

Die milde Rheinlage ist ein Geschenk, aber sie plant den Garten nicht. Prüfen Sie zuerst Ihren Boden mit Spaten und Wasser, fragen Sie nach Grundwasser und Hochwasserlage statt zu vermuten, und legen Sie den Garten auf trockene Sommer aus. Wer diese drei Punkte vorher klärt, pflanzt einmal – und nicht zweimal.

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